Szombathelyi Egyházmegye

Die Kirche zum heiligen Martin in Szombathely. Die Geschichte der Kirche


Die Kirche Sankt Martin in SzombathelyDas Gotteshaus steht auf einem sehr alten Kulturboden. Bereits vor rund 2000 Jahren begannen die damals unter römischer Herrschaft lebenden Einwohner der antiken Sabaria ihre Toten in diesem Bereich zu begraben. Im Friedhof, der ohne Unterbrechung bis zu unserer Zeit benützt wurde, hat man ab dem 4. Jh. auch Christen bestattet. Mehrere Grabsteine aus dieser Zeit wurden gefunden.


Die Kriche Sankt Martin in SzombathelyDie erste Kirche dürfte bereits im 4. Jh. entstanden sein. Sie wurde Anfang des 5. Jh. zu einer Basilika erweitert, fiel aber 455 einem verheerenden Erdbeben zum Opfer.
Nach Erstarkung des christlichen Lebens baute man auf dem alten Platz eine neue Kirche, die von Theotmar, dem Erzbischof von Salzburg, 860 zu Ehren des hl. Martins geweiht wurde. Auch diese Kirche ging während der folgenden Jahrzehnte zugrunde.
Gegen Ende des 9. Jh. eroberten die Ungarn das Karpatenbecken. Der erste christliche König des Landes, der hl. Stefan, ließ über den Fundamenten der früheren Kirchen ein neues Gotteshaus aus Holz errichten, das einige Jahrzehnte später in eine gemauerte Kirche umgebaut wurde. Diese Kirche wird in einem Schreiben des Papstes Paschalis II. aus dem Jahre 1102 erwähnt. Sie wurde um 1230 in spätromanischem Stil erweitert, mit Fresken geschmückt und im 15. Jh. im gotischen Stil umgebaut.
Die Kriche Sankt Martin in SzombathelyEine Urkunde aus dem Jahre 1360 erwähnt den Brunnen vor der Kirche; die Legende erzählt, daß der hl. Martin mit dem Wasser dieses Brunnens seine Mutter getauft hat.
1638 übergab der Bischof von Győr (Raab), zu dessen Diözese dieses Gebiet damals gehört hat, Kirche und Pfarre dem Dominikanerorden. In dieser Zeit begann man die heutige, dreischiffige Kirche zu bauen. Die Arbeiten wurden dank der großherzigen, finanziellen Hilfe der Gräfin Elisabeth Erdődy geb. Batthyány zwischen 1668-1674 nach den Plänen des italienischen Baumeisters Carlo della Torre weitergeführt und abgeschlossen.
Die Enrichtung der Kirche stammt größtenteils aus der Mitte des 18. Jh. Älter ist die aus, Flandern stammende Mutter-Gottes-Statue aus Holz am rechten Seitenaltar, die vom Volk besonders verehrt wird.
Über dem Eingang der Seitenkapelle auf der linken Seite ist die lateinische Inschrift zu lesen: „Hic natus est sanctus Martinus.” Der heilige Martin wurde hier geboren.

József Penk